Lebenslüge Preisbindung?

15.01.2007 · Ein Buchreport-Artikel - und was dahinter steckt...

"Lebenslüge Preisbindung" - unter dieser überaus dramatischen Überschrift berichtet das Branchenblatt Buchreport am 11. Januar über eine "Österreichische Studie". Das "Beratungsunternehmen" Kreutzer und Fischer habe "ganz unbefangen" festgestellt, dass die festen Verkaufspreise "die Konzentration in der Branche überhaupt erst richtig anheizen" würden.

Doch was ist das für eine aufsehenerregende Studie? Wer hat sie in Auftrag gegeben? Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage basieren die Aussagen? Welches Zahlenmaterial wurde erhoben und ausgewertet? Wir haben einmal nachgefragt.

Bei Kreutzer und Fischer teilt man uns mit, es gäbe "gar keine richtige Studie", sondern lediglich eine "PR-Studie". Schriftlich erhalten wir auf Anfrage dann auch nicht mehr als eine anderthalbseitige Presseerklärung.

Die angebliche "Studie" entlarvt sich damit selbst als PR-Aktion einer um Aufträge bemühten Agentur. In dieser Presseerklärung verkündet ein Herr Kreutzer nichts anderes als seine Privatmeinung zu allgemein zugänglichem Zahlenmaterial. Das ganze zu "PR"-Zwecken, um mit geringstem Aufwand und einer knalligen These auf das eigene Beratungsunternehmen aufmerksam zu machen. Viel Lärm um nichts also.

Seltsam nur, dass der Buchreport eine derart substanzarme PR-Aktion offenbar völlig ungeprüft als "Studie" von hoher Brisanz verkauft. Ganz unbefangen?



 
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