Schweiz: Kein Preisbindungsgesetz

12.03.2012 · Bevölkerung spricht sich beim Referendum gegen die Preisbindung aus

Mit 56,1% hat sich die Schweizer Bevölkerung am 11. März 2012 gegen die Einführung des Buchpreisbindungsgesetzes ausgesprochen, das ohne Referendum am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten wäre. Damit verbleibt es beim Ausscheiden der Schweiz aus einer den deutschsprachigen Raum umfassenden gesetzlichen Preibindung.

Es ist sehr zu bedauern, dass die Schweiz damit einen anderen Weg geht als Deutschland und Österreich. Die Abstimmung hat aber auch gezeigt, dass sich erklärungsbedürftige Themen wie die Buchpreisbindung nur bedingt für Plebiszite eignen: Gegen Parolen wie "Nein zu überteuerten Büchern" kommt man mit differenzierten Argumenten leider nur schwer an.

Für die Schweiz ändert sich nichts, da dort ja schon seit einigen Jahren keine Preisbindung mehr besteht. Für die Buchbranche in Deutschland sollte die Schweizer Entscheidung Anlass sein, sich geschlossen hinter die Preisbindung zu stellen. Und dies nicht nur in der Theorie, sondern in der täglich gelebten Praxis. Das heißt: Verzicht auf Mängelungen und Gutscheinaktionen. Stattdessen ist das Augenmerk auf die Umsetzung einer ausgewogenen Rabattpolitik zu richten.

Christian Russ.


 
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